IAA 2011 – Das gab’s zu sehen

Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt gehört wohl zu den wichtigsten Terminen der Branche. Für mich ist es jedes Jahr eine Gelegenheit zu sehen, was die Autoindustrie für die kommenden Modelle plant.
Volkswagen feierte die Premiere des Up!  Der Kleinstwagen soll als Nachfolger des Fox das untere Preissegment abdecken. Nicht nur in Deutschland hat Dacia gezeigt, dass es für günstige, einfache Fahrzeuge einen großen Markt gibt. Besonders in Schwellenländern und Teilen Osteuropas ist die Kategorie beliebt. Wie dieser Verzicht aussieht, blieb mir nicht verborgen: Gezeigt wurde eine Variante mit nur einem elektrischen Fensterheber für den Fahrer – der Beifahrer muss kurbeln. Auch Skoda soll den Cityfloh leicht abgeändert vermarkten. Auch die Konkurrenz machte sich über dieses Thema Gedanken: Minimal-Konzepte für die Stadtmobilität auf engstem Raum konnte ich häufiger sehen.

Eine Enttäuschung waren für mich die ausgestellten Elektroautos: Trotz vollmundiger Versprechen seitens einiger Hersteller ist die Epoche der elektronischen Antriebe wohl noch auf sich warten. Viele Fahrzeuge sind nur etwas improvisiert umgebaute Serienautos. Reine Elektroautos wurden kaum gezeigt, die ausgestellten Exemplare waren von der Serienreife noch weit entfernt. An den grundsätzlichen Nachteilen dieser Fahrzeuge, nämlich den teuren Batterien und der geringen Reichweite, hat sich nichts geändert. Nach dieser IAA gehe ich davon aus, dass auch für die kommenden Jahre kein Quantensprung zu erwarten ist.
Wie auch in den Jahren zuvor waren die ausgestellten Luxusautos das interessantere Thema. Audi zeigte den neuen A8 mit Hybridantrieb. Dem in dieser Klasse ungewöhnlich kleinen Benziner soll ein 54 PS-Elektromotor zur Seite stehen, der sogar bis 100km/h als alleiniger Antrieb genutzt werden kann. Damit verspricht der Hersteller einen Verbrauch von knapp über 6 Litern Super. Das wäre zwar sensationell gering, aber ob sich dieser Wert in der Praxis halten lässt, muss sich erst noch zeigen. Das Thema Hybrid war ganz klar als Trend zu erkennen, damit wollen die Autohersteller offensichtlich die Zeit überbrücken, bis Elektroautos wirklich serienreif sind. Citroen kombiniert den Elektromotor sogar mit einem Diesel, um den Kraftstoffverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren.

 

So bleibt am Ende die Feststellung, dass das PS-Wettrüsten im Vergleich zu den letzten Jahren abgenommen hat. Weil serienreife Konzepte für Elektroautos noch fehlen, versuchen die Hersteller erst die vorhandene Technik effizienter zu machen. Die Hybrid-Technologie macht auch vor Luxusautos nicht halt, der Achtzylinder-Motor ist nicht mehr obligatorisch. Klarer Trend: Kleinstwagen unter der magischen 10.000 Euro-Grenze kommen auf der ganzen Welt gut an.

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